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Pflanze · Triphala

Bibhitaki

bibhītaka / vibhītaka — «die die Furcht (vor Krankheit) nimmt»; auch akṣa · Terminalia bellirica (Gaertn.) Roxb. · Combretaceae (Flügelsamengewächse)
Grüne bellerische Myrobalane, Baheda, Baheḍā (Hindi), Tānni (Tamil), Belleric myrobalan (engl.)

Bibhitaki ist die Frucht der Grünen bellerischen Myrobalane — die dritte der drei Triphala-Früchte, herb, leicht und trocken. Was die Tradition sagt, worauf man achten sollte.

Zuletzt überprüft: 5. Oktober 2026 · abgeglichen mit API, Anliker, Schrott-Lexikon, Zoller/Nordwig, Schrott/Ammon, Herbal Reality, Hegde/Harini

Bibhitaki
Tafel «Terminalia belerica» aus Richard Henry Beddome, Flora Sylvatica for Southern India, Madras 1873, Lithografie Govindoo. Gemeinfrei, über Wikimedia Commons; für Vedika monochrom in Waldgrün auf Cream dargestellt.

Traditionelle Verwendung

Terminalia bellirica ist ein laubabwerfender, nach Hegde und Harini bis rund 18 Meter hoher Baum aus der Familie der Flügelsamengewächse (Combretaceae) mit büschelständigen ovalen Blättern, kleinen grünlichen, unangenehm riechenden Blüten in Ähren und behaarten braunen Früchten, die bis November reifen; er kommt in Indien bis in 900 Meter Höhe vor. Verwendet wird das getrocknete Fruchtfleisch ohne Samen — im Handel als «Grüne bellerische Myrobalane» bekannt. Der Sanskrit-Name bibhītaka (auch vibhītaka) wird als «die die Furcht vor Krankheit nimmt» gedeutet; der zweite Name akṣa erinnert daran, dass die harten Samen im alten Indien als Spielwürfel dienten.

Was die Tradition sagt

Bibhitaki ist die dritte und am wenigsten bekannte der drei Triphala-Früchte, und in der Tradition die einfachste: nur ein Geschmack, herb (kaṣāya), leicht und trocken, erhitzend, mit süssem vipāka. Nach dem Lexikon von Dr. Schrott senkt sie vor allem Pitta und Kapha und wirkt auf alle sieben Gewebe. Die Ayurvedic Pharmacopoeia of India fasst ihre Wirkweise als kaphapittajit (Kapha und Pitta senkend), bhedaka (den Stuhl aufbrechend), kṛmināśana (gegen Würmer und Parasiten), kāsahara (Husten stillend), cakṣuṣya (gut für die Augen) und keśya (gut für das Haar) zusammen; die klassischen Anwendungsfelder heissen chardi (Erbrechen), kāsa (Husten), kṛmiroga (Würmer), vibandha («Verstopfung»), svarabheda (Stimmveränderung) und netraroga (Augenleiden). Was diese Begriffe bedeuten und warum sie sich nicht in moderne Diagnosen übersetzen lassen, erklärt der Artikel Wie das Ayurveda Krankheit denkt.

Das Lexikon führt Bibhitaki in 221 klassischen Zubereitungen. Allein steht sie in Lavaṅgādi Vaṭī (Lutschtablette mit Gewürznelke) und in Haarölen; ihre eigentliche Rolle spielt sie aber als eine der drei Früchte in Triphalā Cūrṇa und Triphalādi Taila.

Forschungslage

Bibhitaki allein ist kaum klinisch untersucht; die Studienlage betrifft Triphala als Ganzes und ist im Triphala-Porträt beschrieben. Zur Chemie: Die Frucht enthält Gallussäure, Ellagsäure, Chebulagsäure und weitere Tannine sowie im Samen ein fettes Öl. Es gibt keine in der Schweiz zugelassene gesundheitsbezogene Aussage für Bibhitaki und keine Monographie der Europäischen Arzneimittelagentur zu Terminalia bellirica.

Sicherheit

Das Schweizer Lehrmittel von Sabine Anliker führt für Bibhitaki keine Kontraindikationen, aber einen Hinweis, den man kennen sollte: Die Samen wirken narkotisch, deshalb wird das Fruchtfleisch von ihnen befreit. Auch Hegde und Harini bezeichnen den Samenkern (majjā) als madaka, berauschend. In Präparaten seriöser Hersteller wird nur das entkernte Fruchtfleisch verwendet. Wie die anderen Triphala-Früchte ist Bibhitaki tanninreich (Eisenpräparate mit Abstand einnehmen) und mild abführend. Für Nahrungsergänzungsmittel gilt der Herstellerhinweis: nicht für Kinder, Schwangere und Stillende.

Qualität. Gute Ware ist nach Hegde und Harini eine harte, eiförmige, meist fünfkantige Steinfrucht von bis zu 2,5 cm Länge und 2 cm Breite, die plötzlich in einen kurzen Stiel übergeht; die Oberfläche ist samtig behaart, die Frucht dunkelbraun bis schwarz, ohne besonderen Geruch, mit einem harten, fünfrippigen Stein und öligem Kern (grāhya lakṣaṇa).

Zubereitung und Formen

Die Pharmakopöe und Anliker nennen 3 bis 6 g Pulver, zwei- bis dreimal täglich mit Honig oder warmem Wasser; das Lexikon von Dr. Schrott 3 bis 6 g.

In Triphala: ein Drittel der Mischung — als Pulver, Tablette (Triphala Plus, Triphala Guggulu) oder Kapsel (Triphala Pro), und über Triphala-Pulver in mehreren Care-Präparaten.

Als Extrakt: in den Ayurdent-Zahnpasten (Terminalia belerica fruit extract) — Kosmetik.

Öl: Triphalādi Taila und Haaröle — äusserlich.

Quellen

  • Ayurvedisches Heilpflanzen-Lexikon (Dr. Ernst Schrott, AyurVeda AG): Terminalia bellerica — Dravyaguna, Karma, Dosis, Botanik, 221 Zubereitungen.
  • Anliker, Sabine: Heilpflanzen Ayurveda Medizin. 3. Auflage, Trägerorganisation Ayurveda CH, 2023, ISBN 978-3-033-08908-2, Kapitel 11 Bibhītaka, S. 31–32 — mit Verweis auf API Vol. I S. 26, Zoller/Nordwig und Schrott/Ammon.
  • The Ayurvedic Pharmacopoeia of India, Part I, Vol. I, S. 26: Bibhītaka. Ministry of AYUSH. pcimh.gov.in
  • Peterson CT, Denniston K, Chopra D. Therapeutic uses of Triphala in Ayurvedic medicine. Journal of Alternative and Complementary Medicine 2017; 23(8):607–614. Volltext bei PMC
  • Swissmedic: Anhang 9 und Anhang 10 (Liste TAS) KPAV, Stand 1.7.2023. swissmedic.ch
  • Hegde PL, Harini A. A Text Book of Dravyaguna Vijnana, Vol. II (nach dem NCISM-Lehrplan). Chaukhambha Publications, New Delhi 2023, S. 702–708 (Kap. 2.95 Vibhitaki).

Dieses Porträt beschreibt eine Pflanze, nicht ein bestimmtes Produkt. Es ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel und behandeln keine Krankheit.

Präparate mit Bibhitaki

Ein Verzeichnis, keine Empfehlung. Was ein Präparat enthält, steht auf seiner Seite unter «Inhalt».